Pneumothorax
Ein Pneumothorax (aus dem Griechischen und bedeutet „Luft im Brustkorb) entspricht einem Kollaps der Lunge mit Eindringen von Luft in den Rippenfellspalt. Durch einen Ventilmechanismus, der bei der Einatmung Luft in den Rippenfellraum gelangen, aber nicht entweichen lässt, kann durch Verschiebung des Herzens und Kompression des gegenüberliegenden Lungenflügels ein lebensbedrohlicher Spannungspneumothorax mit Schockzustand resultieren.
Ursache für einen Pneumothorax kann zum einen die Ruptur einer oder mehrerer an der Lungenoberfläche gelegener Emphysemblasen sein (=Spontanpneumothorax; innerer, geschlossener Pneumothorax), insbesondere bei Rauchern, Asthmatikern, jugendlichen Sportlern oder bei speziellen Lungenerkrankungen wie COPD. Zum anderen können Verletzungen der Brustkorbwand (=offener, traumatischer Pneumothorax) oder auch in seltenen Fällen ärztliche Maßnahmen (Punktionen, Überdruckbeatmung) zum Pneumothorax führen.
Zeichen für einen Pneumothorax können eine plötzlich einsetzende Luftnot (vor allem bei Belastung), Schmerzen im Brustkorb und gegebenenfalls auch ein trockener Husten sein. Der Arzt weist ihn durch eine klinische Untersuchung mit Abhören und Abklopfen des Brustkorbs und in der Regel anhand einer Röntgenuntersuchung des Brustkorbs nach.
Die akute Behandlung des Pneumothorax besteht in der Anlage eine so genannten Rippenfellsaugdrainage, das ist eine weiche Kunststoffdrainage, die in der Regel in lokaler Betäubung in den Rippenfellspalt gelegt und mit einem speziellen Ableitungssystem gegebenenfalls unter Sog gesetzt wird, damit sich die Lunge wieder vollständig entfalten kann (=Bülaudrainage).
Falls sich ein relevanter Pneumothorax mit dieser Saugdrainagenbehandlung allein nicht beheben lässt, muss gegebenenfalls operiert werden. So können rupturierte Emphysemblasen beispielsweise in Schlüssellochtechnick (=minimalinvasiv) mit einem chirurgischen Klammernahtgerät (=Stapler) in Vollnarkose abgetragen werden, andere Formen des Pneumothorax gegebenenfalls durch eine seitliche Brustkorberöffnung mit einer Schnittlänge von ca. 12-15cm (=laterale Thorakotomie) dadurch behandelt werden, dass man die Lungenfistel übernäht, ein betroffenes Lungensegment oder einen Teil des brustwandständigen Rippenfells im Bedarfsfall entfernt, um ein Verkleben der Lungenoberfläche mit der Brustwandinnenfläche zu fördern. Nach dieser Operation ist die Wahrscheinlichkeit eines wiederholten Lungenkollapses sehr gering.