Pleuraempyem

Das Pleuraempyem (=aus dem Griechischen, bedeutet „Eiter im Brustkorb) entspricht einer Eiteransammlung im Brustkorbinnenbereich. Ursache dafür kann zum Beispiel eine Lungenentzündung, Lungenabszesse, an der Lungenoberfläche gelegene Tumore oder auch Verletzungen der Brustkorbwand, auch nach offenen, traumatischen Pneumothorax (siehe oben) sein.

 

Das Pleuraempyem verläuft in drei verschiedenen Stadien: Im ersten Stadium liegt für einige Tage ein flüssige Eiteransammlung zwischen den Rippenfellblättern vor, die dann im nächsten Stadium nach ca. 1 Woche durch die körpereigenen Entzündungsabwehr anfängt, Kammern zu bilden. Im Endstadium kann eine ausgeprägte Verfestigung und Verschwielung mit Ausbildung einer Rippenfellschwarte resultieren.

 

Typische Krankheitszeichen können Fieber, Atemnot, Husten mit Auswurf oder auch Schmerzen im Brustkorb oder bei der Atmung sein. Der Arzt kann das Empyem durch eine körperliche Untersuchung, Laboruntersuchung (Anstieg der weißen Blutkörperchen, Erhöhung des Entzündungsproteins CRP) und durch eine radiologische Untersuchung (Röntgenaufnahme des Brustkorbs, gegebenenfalls Computertomographie) nachweisen.

 

Konservativ kann man diese Erkrankung mittels Thoraxsaugdrainage zur Ableitung des Eiters und gegebenenfalls zur Spülung der Brustkorbhöhle und Verabreichung von Antibiotika über die Vene (=intravenös) behandeln, natürlich nur dann, wenn sich das Pleuraempyem noch im flüssigen Stadium befindet. Besteht jedoch eine Rippenfellschwartenbildung bei einem weiter fortgeschrittenen entzündlichen Prozess oder ein gekammertes Pleuraempyem, muss sehr wahrscheinlich operiert werden. Hier wird dann unter Vollnarkose entweder minimalinvasiv über 3 kleine Schnitte (=Thorakoskopie) oder eine seitliche Eröffnung des Brustkorbs die Rippenfellschwarte und Abszesshöhle entfernt. Allerdings ist auch postoperativ in der Regel eine Spül-Saugbehandlung der Brustkorbhöhle und antibiotische Behandlung erforderlich, da verbliebene Keime nicht mit bloßem Auge erkennbar sind und durch diese Maßnahmen erst weitgehend sicher entfernt werden können.

 

Postoperativ ist eine intensive Atem- und Krankengymnastik unbedingt erforderlich, eine Verlaufskontrolle auch der Lungenfunktion durch einen Facharzt für Lungenmedizin (Pulmonologen) sinnvoll. Auf Rauchen sollte konsequent verzichtet werden.